Success Stories
eRV-OWi
Kunde:
Hessisches JustizministeriumHerausforderung:
- Beschleunigung des Verfahrens durch den Wegfall von Transportwegen
- Elektronische Bearbeitung aller Akten
Lösung:
- Umsetzung von eRV-OWi., eine prozess- und serviceorientierte Architektur
Ergebnisse:
- Prozessbeschleunigung und –Vereinfachung
- Kostenersparnis
Kunde

Elektronischer Rechtsverkehr für Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr für das Land Hessen
Der Umgang mit Ordnungswidrigkeiten (OWi) erweist sich heute vielerorts noch als Flickenteppich: Polizei- und Verwaltungs-Behörden, Staatsanwaltschaften, Gerichte und Vollstreckungsbehörden erfassen Personen- und Verfahrensdaten in den eigenen, spezifischen Fachverfahren. Die zugehörigen Akten gehen dabei immer noch auf dem Papierweg zu. Wir unterstützen das Land Hessen bei der Etablierung und Umsetzung von eRV-OWi, dem behörden- und fachübergreifenden elektronischen Rechtsverkehr zu Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr.
Das Hessische Justizministerium hat die Fachaufsicht über sämtliche Gerichte und Justizbehörden im Land Hessen. In den Aufgabenbereich des Ministeriums fallen auch Personal-, Haushalts- und Bauangelegenheiten der Justiz, Aus- und Fortbildung der Bediensteten, Grundsatzfragen der Organisation, die Modernisierung der Justiz sowie das Justizprüfungsamt.
Ausgangssituation und Zielsetzung
Einen OWi-Fall in Hessen bearbeiten in der Regel mehrere Institutionen: die Zentrale Bußgeldstelle, eine der neun Staatsanwalt- schaften sowie das zuständige Gericht. Hierbei müssen die Falldaten und Akten – bisher in Papierform – zwischen den Behörden ausgetauscht werden. Das Ziel von eRV-OWi ist es, das Verfahren durch den Wegfall von Transportwegen zu beschleunigen sowie die mehrfache Erfassung von Personen- und Verfahrensdaten zu vermeiden. Zudem sollen die Staatsanwaltschaften und Gerichte künftig in der Lage sein, alle Akten elektronisch zu bearbeiten.
Die Umsetzung von eRV-OWi in Hessen erfolgt schrittweise. Im Endausbau werden neben der zentralen Bußgeldstelle neun Staatsanwaltschaften und 46 Gerichte im Land Hessen an eRV-OWi teilnehmen.
Projekt
Auf der Grundlage des Hessischen Landesintegrationsstandards sowie des Hessischen Landesreferenzmodells DMS konzipierten wir eine Lösung, die den besonderen Anforderungen Rechnung trägt. Eine große technische und organisatorische Herausforderung stellt die Umsetzung der ressort- und behördenübergreifenden Kommunikationsprozesse dar.
Die Lösung hierfür basiert auf einer prozess- und serviceorientierten Architektur. Die Fachverfahren OWi21 (der zentralen Bußgeldstelle), MESTA (der Staatsanwaltschaften) sowie EUREKA-Straf (der Gerichte) existieren bereits. Für die Ablage der elektronischen Akten kommt gemäß hessischem Landesstandard Open Text DOMEA® zum Einsatz. Über den Microsoft BizTalk® Server 2006 als Integrationsplattform erhalten sowohl die entsprechenden Fachverfahren als auch die Dokumentenmanagementsysteme bei den Staatsanwaltschaften und Gerichten alle notwendigen, weitergeleiteten Informationen. Als übergreifendes Datenaustauschformat dient eine XML-Struktur, die auf den Standards XJustiz und XDOMEA basiert und Verknüpfungen auf die übertragenen Dokumente der OWi-Fallakte enthält.
Der Datenaustausch zwischen den Behörden erfolgt verschlüsselt. Als Schnittstelle zu den Fachverfahren fungieren WebDav-basierte Verzeichnisse, Webservices übertragen die relevanten Daten an die Dokumenten-Management-Systeme. Eine 'neutrale' Clearingstelle, die für das eRV-OWi-Verfahren noch eingerichtet werden muss, identifiziert Kommunikationsprozessfehler wie zum Beispiel Irrläufer und leitet Maßnahmen zur technischen und organisatorischen Behebung ein. Hierzu wird das Business Activity Monitoring des Microsoft BizTalk® Servers in angepasster Form eingesetzt.
Die prozess- und serviceorientierte Architektur von eRV-OWi optimiert den sukzessiven Rollout des Gesamtverfahrens. Weitere Prozessteilnehmer und Fachverfahren lassen sich durch Erweiterungen der Prozessorchestrierungen des Microsoft® BizTalk® Servers einfach und zeitsparend konfigurieren. Die konsequente Serviceorientierung ermöglicht ein lose gekoppeltes Gesamtverfahren, welches den einzelnen beteiligten Behörden größtmögliche technische und organisatorische Flexibilität bietet – eine Grundvoraussetzung, um ressort- und behördenübergreifende Kommunikationsprozesse einzuführen.
Ergebnisse
- Prozessoptimierung sowie fachliche und technische Servicedefinition für die behördenübergreifenden Kommunikationsprozesse und deren Abstimmung auf der Basis von Microsoft BizTalk® Server, XJustiz und XDOMEA
- Konzeption und Umsetzung behördeninterner, vorgangsorientierter Prozesse bei den Staatsanwaltschaften und den Gerichten auf Basis von Open Text DOMEA®
- Integration der vorhandenen Fachverfahrenslandschaft bei der Zentralen Bußgeldstelle, den Staatanwaltschaften und den Gerichten
- Etablierung eines behörden- und fachverfahrensübergreifenden Elektronischen Rechtsverkehrs zu Ordnungswidrigkeiten (OWi) im Straßenverkehr.
- Prozessbeschleunigung und –vereinfachung
- Kostenersparnis
- Vermeidung von Mehrfacherfassungen
- Reduzierung von Transport- und Liegezeiten
