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Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) führt neue Software für Exporte ein
Kunde:
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)Herausforderung:
- Ablösung des alten Systems zur Prüfung der Ausfuhr-anträge, da es technologisch veraltet, zu komplex und nicht flexibel anpassbar ist
Lösung:
- Erstellen einer neukonzipierten Anwendung, die den technologischen Anforderungen einer modernen Bearbeitungsplattform entspricht und Grundlage für weitere Entwicklungsvorhaben ist
Ergebnisse:
- Das Projekt 'Export-Manager' setzt auf eine agile Software-Entwicklung, die auf dem Vorgehens-modell 'Scrum' basiert
- Die neue Plattform ist als moderne 3-Schichten-Architektur realisiert
Kunde
Agile Software-Entwicklung im Rahmen des Projekts 'Export-Manager' / Enge Zusammenarbeit zwischen CSC und BAFA bei der Realisierung
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Als Bundesoberbehörde mit derzeit rund 1100 Beschäftigten nimmt es wichtige administrative Aufgaben des Bundes in den Bereichen Außenwirtschaft, Wirtschaftsförderung und Energie wahr. Sitz der Institution ist Eschborn. Einer breiteren Öffentlichkeit ist das BAFA vor allem durch die sogenannte 'Abwrack'- oder 'Umweltprämie' bekannt. Weitere aktuelle Förderprogramme, die durch das Amt betreut werden, sind beispielsweise der Einbau von Partikelminderungssystemen in Personenkraft-wagen oder die staatlichen Fördermaßnahmen im Bereich erneuerbarer Energien im Rahmen des Marktanreizprogramms (zum Beispiel Förderung von Solarkollektoranlagen, Biomasseanlagen und effizienten Wärmepumpen).
Für solche Aufgaben und Maßnahmen muss das BAFA sehr häufig die erforderliche Software für die Antragserstellung und -verarbeitung kurzfristig und effizient bereitstellen. Eine klassische Kernaufgabe des Bundesamtes ist nach wie vor die Ausfuhrkontrolle. Hierfür fungiert das BAFA als zentrale Verwaltungs- und Genehmigungsbehörde.
Herausforderung
Die Prüfung der Ausfuhranträge umfasst eine große Vielzahl an speziellen Facetten, die durch unterstützende IT-Anwendungen abgedeckt werden müssen. Den finalen Check der Dokumente nehmen am Ende hoch spezialisierte Experten des BAFA vor.
Bislang nutzte das BAFA für die Verarbeitung der eingereichten Ausfuhranträge eine Anwendung auf Progress-Basis. Gemeinsam mit uns entwickelt die Behörde im Rahmen des Projektes 'Export-Manager' eine neukonzipierte Anwendung, die das alte System zum 1.7.2010 ablösen wird. Dies wird notwendig, da die bisherige Lösung technologisch veraltet, zu komplex und nicht flexibel anpassbar ist, sowie den Anforderungen an eine moderne Bearbeitungsplattform nicht mehr entspricht. Die neu entstehende technologische Plattform soll zukünftig als Grundlage für weitere Entwicklungsvorhaben im BAFA genutzt werden.
Lösung
Gemeinsam mit dem BAFA setzen wir beim Projekt 'Export-Manager' auf eine agile Software-Entwicklung, die auf dem Vorgehensmodell 'Scrum' basiert. Die neue Plattform wird als moderne 3-Schichten-Architektur realisiert, die als Komponenten einen lokalen Rich-Client, JEE Application Server und Oracle-Datenbank-Server beinhaltet. Bereits beim BAFA vorhandene Bestandteile wie Rechteverwaltung oder Dokumentenmanagement-systeme werden integriert beziehungsweise angebunden. Dieses Projekt repräsentiert eine Besonderheit, da der Einsatz einer agilen Software-Entwicklung in Projekten mit öffentlichen Auftraggebern eher die Ausnahme ist.
Normalerweise erfordert eine Komplettaufnahme der Detailanforderungen zu Beginn des Projektes, wie sie beim sogenannten Wasserfallvorgehen typisch ist, großen zeitlichen Vorlauf. Im Vergleich dazu ist ein klarer Vorteil der agilen Software-Entwicklung, die im Zwei-Wochen-Zyklus verfügbaren lauffähigen Software-Versionen. So lassen sich die Anforderungen an die Lösung kontinuierlich abgleichen und entsprechend präzisieren. Der Dialog zwischen Fachbereich und IT auf Basis der erstellten Iterationen hat sich im Projekt bewährt.
Weiterhin legte das BAFA von Beginn des Projektes an großen Wert auf eine Anwendung, die auf die notwendigen Kernfunktionen fokussiert ist. Hierfür bietet die agile Software-Entwicklung erhebliche Vorteile, da mit jeder neuen Iteration eine neue lauffähige Version der Anwendung mit einem Mehr an Funktionalität zur Verfügung steht. Durch die damit verbundene Möglichkeit die Priorisierung von Funktionen kurzfristig adäquat anzupassen und fachliche Änderungen zeitnah einzubringen, ist der Entscheidungs-spielraum des BAFA im Vergleich zum herkömmlichen Wasserfallmodell deutlich erhöht.
Ein gemeinsames Projektteam aus CSC-Experten und BAFA-Mitarbeitern mit Sitz in Eschborn setzt das Vorhaben 'Export-Manager' um. Dies fördert den Austausch von Wissen. Das Projekt profitiert insbesondere von unserer CSC-Kompetenz in Sachen Java-basierter Anwendungsentwicklung und dem BAFA-Know-how über das Altsystem und die anzubindenden Systeme.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt entstanden mehr als 15 Software-Iterationen, die dem Fachbereich präsentiert wurden. Die agile Software-Entwicklung funktioniert zwischen BAFA und uns deshalb erfolgreich, weil es eine partnerschaftliche Kundenbeziehung, ein gemeinsames Entwicklungsteam, eine intensive Kommunikation und Abstimmung gibt. Eine offene und transparente Projektkommunikation beispielsweise in Form von Wikis sowie eine Akzeptanz und Unterstützung des Vorgehens durch alle Projektbeteiligte und Entscheidungsträger trägt zu diesem Erfolg bei.
Ergebnis
Frühzeitig stehen lauffähige Software-Versionen zur Verfügung. Dieses Vorgehen ist nicht nur für die Arbeit des BAFA-Kernteams, sondern auch für die Entscheidungsträger des BAFA sehr hilfreich. So müssen Detailfragen nicht theoretisch erörtert werden, da sie mit allen Projektbeteiligten auf Basis einer lauffähigen Anwendung geklärt werden können. Diese aktive Einbindung ab einer frühen Projektphase fördert die Akzeptanz bei den Softwareanwendern beim späteren Produktivstart der neuen Lösung. Darüber hinaus bietet die agile Software-Entwicklung eine hohe Kosten- und Termintransparenz.
