NATO / Europäische Union
NATO
Auf dem NATO-Gipfel vom November 2010, haben die Staats- und Regierungschefs des Nordatlantischen Bündnisses ein neues Strategisches Konzept verabschiedet, welches das Konzept von 1999 ablöst. Das von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verfasste Papier fasst den bestehenden Konsens der Mitgliedstaaten zusammen und leitet neue Weichenstellungen ein. Die Kernaufgaben der NATO sind demnach Verteidigung, Krisenmanagement und Kooperative Sicherheit.
Diese Schwerpunktsetzung hat in Zusammenspiel mit der internationalen Finanzkrise zu besonderen Herausforderungen bei der Weiterentwicklung der NATO-Führungssystem-Landschaft (Automated Information Systems, AIS) im Rahmen des NATO Strategischen Investment Programs (NSIP) geführt.
Der laufende Einsatz in Afghanistan hat die Prioritätensetzung verändert. Dieser verlangt nach einem einsatzbezogenen IT-System Afghan Mission Net (AMN) und stellt NSIP-Investments – und damit die Finanzierung der Bi-SC AIS Projekte – zunächst zurück. Die NSIP-Forderungslage betrifft ein zukünftiges übergreifendes NATO-Führungs-Informationssystem (Bi-Strategic Command, Bi-SC) AIS und diverse Functional Area Services.
In AMN werden einige, dringend für den aktuellen Einsatz benötigte, Funktionalitäten kurzfristig realisiert. Es war geplant, diese im Rahmen von Bi-SC AIS Projekten zu entwickeln. Die eigentlichen Bi-SC AIS Projekte werden damit weniger umfangreich und dringlich. Dahingegen nimmt das Future Maritime Information System an Bedeutung zu: Technisch, durch den Wegfall des Herstellersupports der aktuell genutzten IT-Plattform. Funktionell, vor allem durch die zunehmende Forderung nach Maritime Surveillance (MARSUR) des gesamten Seeverkehrs auch in Friedenszeiten.
Im Bereich IT-Sicherheit setzt AMN durch die Forderung nach einem gemeinsamen Mission-Informationsraum ebenfalls neue Maßstäbe. Informationsraumgrenzen sind nur zu den nationalen Systemen vorgesehen, wenn es über die taktische und operative Führung hinaus geht, also nicht im Einsatz. Gleichzeitig wird die Realisierung einer Computer Incident Response Capability (CIRC) zunehmend dringlicher.
Im Rahmen der Kooperativen Sicherheit wird die NATO Missile Defense neu ausgerichtet, nicht zuletzt im Interesse vertrauensbildender Maßnahmen gegenüber Russland. Welche Bedrohungs- und Einsatzszenarien heranzuziehen und welche Sensor- und Effektortechnologien zu untersuchen sind, ist derzeit noch nicht ausdefiniert. Ebenso ist unklar, in wie weit die zukünftige Architektur weltraumbasierte und auf der Erdoberfläche sowie innerhalb der Atmosphäre stationierte Elemente enthalten soll.
Europäische Union (EU)
Die EU verfügt im Rahmen der europäischen Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) über einen EUropäischen Militär-Stab EUMS zur Führung von eigenständigen militärischen Einsätzen im Interessengebiet der Union.
Die Europäische Verteidigungsagentur (European Defence Agency, EDA) für Rüstungsplanung, -beschaffung und -forschung übernimmt die Aufgabe, die militärische Führungsfähigkeit der EU herzustellen unter Nutzung der nationalen und bestehenden internationalen Fähigkeiten. Dabei wird auch ressortübergreifend nach Synergien gesucht.
Herausforderungen der EU sowie der EDA liegen in folgenden Gebieten:
- Vernetzte Operationsführung
- Land-, Luft- und Seestreitkräfte, länderübergeifend - Comprehensive Approach
- Zivil-militärische Zusammenarbeit bei Krisenbewältigung und Verteidigung - Maritime Surveillance
- vor allem im Zusammenhang mit Terrorismusprävention und Grenzsicherung - IT-Sicherheit und Cybersecurity
Dabei geht die EDA sehr effektiv mit initialen Architekturstudien, Demonstratorphasen und abschließender Realisierung der Fähigkeiten vor.
CSC Defense in Deutschland ist an diversen Studien in den oben aufgeführten Themenbereichen beteiligt.
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