Success Stories
Zentrale Partnerverwaltung für Sozialversicherung
Kunde:
Hauptverband der österreichischen SozialversicherungsträgerHerausforderung:
- Mangel an Synchronität der Daten
Lösung:
- Zentrale Datenbank für Stammdatenhaltung
Ergebnisse:
- Hohere Transparenz
- Deutliche Verbesserung der Datenqualität
Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist verantwortlich für die Koordination und das Controlling der Aktivitäten der österreichischen Sozialversicherungsträger. Die IT-SV GmbH, eine 100% Tochter der Sozialversicherungsträger und des Hauptverbandes, ist speziell für die IT-Aktivitäten der Sozialversicherungsträger zuständig.
Die Ausgangssituation
Durch die laufende Modernisierung und Standardisierung der IT-Infrastruktur begann ein Prozess der Veränderung der österreichischen Sozialversicherung mit weitreichenden Auswirkungen für die Arbeitnehmer, die Prozesse und die eingesetzten Technologien. Die Entwicklung einer „Zentralen Partnerverwaltung“ stellt einen Meilenstein dieses Change Prozesses dar.
Die Stammdaten der Versicherten, Dienstgeber und Gesundheitsdienstleister, (Leistungserbinger) welche in diesem Kontext als „Partner“ bezeichnet werden, wurden bei den verschiedenen Sozialversicherungsträgern lokal verwaltet. Der Mangel an Synchronität der Daten führte zu redundant abgespeicherten sowie veralteten und falschen Daten. Daher entschied sich der Hauptverband dafür, eine zentrale Datenbank für die Stammdatenhaltung aller Sozialversicherungsträger einzurichten, um die bestehenden Probleme bei der Gewährleistung der Datenqualität zu beseitigen und jederzeit aktuelle Daten zur Verfügung stellen zu können.
Damit war die Entscheidung für ein neues Standardprodukt gefallen, das alle derzeit im Einsatz befindlichen Partner-Verwaltungssysteme des Hauptverbandes und der Sozialversicherungsträger ablösen sollte.
Die Lösung
Die Lösung ist nach den Prinzipien serviceorientierter Architekturen (SOA) aufgebaut und stellt:
- Public Enterprise Services zur SV-weiten, trägerübergreifenden Integration
- Intermediary Services zur Klammerung verschiedener Technologien
- Und eine Frontendapplikation für
direkte Benutzerinteraktion
zur Verfügung.
Das Projekt folgte dem Model Driven Architecture Ansatz (MDA) für Modellierung und Entwicklung. Als Basis wurde ein zielsystemunabhängiges Modell (Platform Independent Model - PIM) erstellt, dass im nächsten Schritt für das ausgewählte Zielsystem adaptiert wurde (Platform Specific Model - PSM). Dieses zielsystemabhängige Modell war dann die Basis für die Entwicklung. Die ZPV-Services werden in Onlineservices für die synchrone Einzelfallverarbeitung und Batchservices für asynchrone Massendatenverarbeitung gegliedert. Die entwickelte Frontendapplikation (Web-Applikation) kann eigenständig betrieben werden aber auch in Frontendapplikationen von anderen Anwendungen integriert werden. Die Modellierung und Implementierung des Datenmodells und der Services erfolgte objektorientiert.
Unsere Leistungen
Im April 2003 haben sich die Sozialversicherungsträger und der Hauptverband dazu entschieden, die Partnerverwaltung Schritt für Schritt zu zentralisieren. Für dieses Vorhaben wurde CSC als Partner bei der Umsetzung mit an Bord geholt. Die Teammitglieder von CSC Austria lieferten im Rahmen des Projektes, für die Bereiche Entwicklung, Systemarchitektur, Objekt- und Sevicemodellierung, Businessarchitektur, Prozessmodellierung, Migration, Performace und Projektmanagement umfassende, fachliche und technische Unterstützung.
Das Team verwendete ein modernes CASE Tool für die Durchführung von Design und Analyse. Die Anwendung selbst wurde in Java für Oracle 10g geschrieben. Die verwendeten Webservices wurden mit dem JBoss Framework implementiert.
Der Roll-out selbst war die größte Herausforderung in diesem Projekt, nachdem nicht nur die Migration des lokalen Datenbestandes sondern auch die Integration verschiedener spezialisierter lokaler Systeme so schonend als möglich ablaufen musste. Vor allem ZPV Release 2, das im Mai 2008 gleichzeitig für alle Versicherungsträger ausgerollt wurde, stellte eine große Herausforderung dar. Innerhalb eines Wochenendes mussten mehr als 10.000 einzelne Arbeitsschritte erledigt und mehr als 1000 Mannstunden geleistet werden. Seit Mai 2010 wird der ZPV Release 3 – Leistungserbringer (Vertragspartner) produktiv gesetzt.„Durch das neue Standardprodukt, das gemeinsam mit einem hochspezialisierten CSC Expertenteam entwickelt wurde, wird nicht nur für mehr Transparenz, sondern auch für deutliche Verbesserung der Datenqualität und der dazugehörigen Prozesse gesorgt. Darüber hinaus erleichtert ‚ZPV 3.0‘ die Administration, minimiert etwaige Fehlerwahrscheinlichkeiten und verkürzt die Dauer der jeweiligen Verfahren,“ erklärt DI Volker Schörghofer, Stellvertretender Generaldirektor des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger.
Das Verzeichnis umfasst heute rund 14,8 Mio. Versicherte, 1,99 Mio. Dienstgeber, 50.000 Leistungserbinger und über 16,4 Mio. Anschriften. Dazu zählen noch 471.000 Email Adressen, 5,67 Mio. familienrechtliche Beziehungen, 88,3 Mio. Verweise auf die, für die Partner zuständigen, Versicherungsträger, auf die nun von einem einzigen System zugegriffen werden kann.
Der Kundennutzen
- Jedes Nutzsystem der Sozialversicherung, das Partnerstammdaten benötigt, hat jederzeit Zugriff auf die aktuellste Version der Stammdaten. Die Einführung einer österreichweiten Dienstgeberidentifikationsnummer begünstigt die Zusammenarbeit zwischen Sozialversicherungsträgern und Steuerbehörden.
- Aufgrund des Rollenkonzepts müssen Master Data Einträge für Entitäten nur einmal geändert werden.
- Die elektronische Verarbeitung von eintreffenden Nachrichten von den Personenstandsbehörden, wie z.B. Geburtsmeldungen, Ehemeldungen, Todesmeldungen, spart den Mitarbeitern der Sozialversicherungsträger viel Arbeit.
- Die Verbindung zum zentralen Melderegister des Meldeamtes
bietet die
Möglichkeit nach Adressen zu suchen und diese in ZPV zu importieren.
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